KAEFER-Zukunftspreis über 5.000€ vergeben – Masterarbeit zur Entwicklung und Optimierung eines porigen Leichtlehmbaustoffs ausgezeichnet

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Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Firmenbestehen wurde am 1. September zum ersten Mal der KAEFER-Zukunftspreis für innovative Forschungsarbeiten verliehen.

Der 29-jährige Leander Stützel hat den Nachhaltigkeits-Champion KAEFER mit seiner Masterarbeit überzeugt. Die an der Hochschule Augsburg verfasste Thesis beschäftigt sich mit der Entwicklung und thermischen Optimierung eines porigen Leichtlehmbaustoffs. „Mein Studium der Energiesysteme zeigte mit neben der Planung von Energieerzeugungsanlagen die Kernkomponenten zur Umsetzung der Klimaziele auf – Vermeidung, Reduktion und Kompensation. Da im Bau von Gebäuden nach wie vor der größte Masse-Einsatz an Materialien stattfindet, lassen sich hier besonders gut Optimierungen realisieren“, erklärt Stützel.

Leichtlehm könnte Anwendung in der Innendämmung finden

Die positiven Eigenschaften des Baustoffs Lehm finden seit Jahrtausenden Anwendung in den verschiedenen Formen des Lehmbaus. Die hieraus verfügbaren Leichtlehmprodukte werden aus einer Mischung von Lehm und leichten Zuschlagstoffen hergestellt. Die wärmedämmenden Eigenschaften eines solchen Materials werden dabei überwiegend durch die Zuschlagstoffe und weniger durch den Lehm bestimmt. Durch den Verzicht auf klassische Dämm-Zuschlagstoffe gelingt es Leander Stützel die ohnehin gute Recyclebarkeit des Leichtlehms zu erhöhen und ohne pflanzliche Zusatzstoffe einen besseren Schutz gegen Schimmelbefall und Insekten zu erreichen. Der entwickelte Leichtlehm soll keine Alternative zu klassischen Wärmedämmstoffen darstellen, könnte jedoch in Baubereichen Anwendung finden, in denen insbesondere die hygroskopischen und raumklimatischen Eigenschaften eines Baustoffs gefragt sind, etwa bei Innendämmungen.

5.000€ und Unterstützung durch einen KAEFER „Business Angel“

Leander Stützel hat sich im Rennen um den KAEFER-Zukunftspreis gegen zahlreiche Arbeiten von anderen deutschen Hochschulen und Universitäten durchgesetzt. Der Preis wurde beim KAEFER-Familientag am 1. September 2018 in Bremen im Zuge der 100-Jahr-Feierlichkeiten verliehen. Die Laudatio hielt Thomas-Peter Wilk, Head of Corporate Innovation & Technical Excellence bei KAEFER, der gleich noch eine weitere Überraschung für den Gewinner bereithielt: KAEFER wird Stützel einen Business Angel zur Seite stellen. Sabine Manig, Regional Director für den Bereich Construction und Marine bei KAEFER, wird diese Aufgabe übernehmen und Stützel mit ihrem Team von nun an bei der weiteren Entwicklung des Leichtlehms tatkräftig unterstützen. Beide Seiten freuen sich sehr auf ihre zukünftige Zusammenarbeit.

Für einen Teil des auf 5.000€ dotierten Zukunftspreises hat Stützel bereits Verwendung gefunden: 2.500€ kommen als Spende dem Jugendhaus Hohbuch bei Reutligen zu Gute. Neben dem Preisgeld kann sich Stützel auch über die KAEFER-Zukunftspreis Trophäe freuen. Die Trophäe wurde eigens für diesen Anlass aus hochwertigen und langlebigen Materialien von Oliver Niewiadomski, Industrie Designer und Professor für Konstruktive Geometrie an der Hochschule für Künste Bremen, gestaltet. Sie symbolisiert das Credo des Zukunftspreises, die Förderung umwelterhaltender Forschungen und Studien. „Die Dreifach-Symmetrie des Objektes symbolisiert den klassischen Begriff der Trinität. Drei Säulen tragen behutsam den empfindlichen Planeten, den zu schützen der Preis gestiftet wurde“, so der international mit Designpreisen ausgezeichnete Niewiadomski.

Neben dem Gewinner Stützel hatte auch die Zweitplatzierte Laura Marie Henning die Gelegenheit ihr Projekt im Rahmen des KAEFER-Familientags zu präsentieren. Um umweltschädliche Farbstoffe aus Abwässern zu entfernen, hat Henning das Verfahren der Adsorption genutzt. Dazu wurde Graphenoxid, welches eine starke negative Oberflächenladung besitzt, auf Silika mit großer Oberfläche (600 – 800 m2/g) aufgebracht. Damit lassen sich positiv geladene Farbstoffe – auch unter widrigen Bedingungen wie erhöhter Temperatur und in der Gegenwart von Salzen – anziehen und abschließend abtrennen, sodass sauberes Wasser zurückbleibt.

In eine nachhaltige Zukunft

Das Familienunternehmen KAEFER ist Kunden auf der ganzen Welt bei Neubau- und Wartungsprojekten in verschiedensten Branchen ein zuverlässiger Partner. Um die projektspezifischen Anforderungen optimal erfüllen zu können, arbeitet KAEFER in den drei Bereichen Industry, Marine & Offshore und Construction. Über die letzten 100 Jahre hat sich KAEFER von einem Bremer Nischenunternehmen im Isoliergeschäft zu einem global agierenden Unternehmen entwickelt. KAEFER erzielt heute einen Jahresumsatz von rund 1,7 Milliarden Euro und ist auf Isolierung, Zugangstechnik, Korrosionsschutz, passiven Brandschutz und Innenausbau spezialisiert. Das in Bremen ansässige Unternehmen beschäftigt mehr als 27.000 Mitarbeiter weltweit.

Das umfassende Serviceangebot von KAEFER geht Hand in Hand mit einem nachhaltigen Leitgedanken – wirtschaftlich, sozial, ökonomisch und kulturell. Gesundheit & Sicherheit, Qualität, Klimaschutz, langfristige Beschäftigungsverhältnisse und Kundenbeziehungen, wertorientierte Führung und natürlich Rentabilität sind die Kernelemente des „KAEFER Way“. Deshalb möchte das Unternehmen mit dem KAEFER-Zukunftspreis innovative Ideen der nächsten Generation aktiv unterstützen und nachhaltige Entwicklungen fördern. 2018 erstmals verliehen, wird KAEFER den Zukunftspreis fortan regelmäßig an innovative Forschungsarbeiten vergeben.

 

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